Der Gutshof Altefeld –
400 Jahre in der Hand des Adels

Treusch-Buttlar-Wappen

GHdA Band 58, 1974 (Adelslexikon)
Gutshof und Adel
Über 400 Jahre, nämlich von 1456-1881, befand sich der Gutshof Altefeld in der Hand der Adelsfamilie von Buttlar und war ein wichtiges Standbein der Buttlars im Ringgau.
Der Hof ähnelte der Bauweise des Gutshofes in Markershausen. Altefeld taucht erstmalig bei dem sogenannten „Brandenfelser Treusch-Zweig der Buttlars auf und zwar beim Vater des Heinrich von Buttlar, genannt der „lange Hesse“ wegen seiner großen Gestalt. Er wurde 1510 geboren und kam schon als Kind zur Erziehung an den Württembergischen Hof und machte dort Karriere. Bereits mit 20 Jahren war er Kämmerer des Erzherzoges von Württemberg und wurde vom Kaiser zu dessen Mitregent berufen.
Leider währte sein Leben nur kurz. Er stirbt 1540 im Kampf gegen die Türken.
Familienbesitz
Nach seinem Tod geht Altefeld an den jüngeren Bruder Wolf, der mit Margarete v. Boineburg und in zweiter Ehe mit Margarete v. Hanstein verheiratet war. Altefeld bleibt noch weitere neun Generationen in der Familie bis die letzten vier Kinder (Ludwig*1867, Kurt +1869, Amalie *1871, Marie *1873) durch Erbauseinandersetzungen veranlasst 1881 Altefeld an Alexis v. Hessen verkauften.


1842 heiratete sie den 80-jährigen verwitweten Heinrich Viktor Wilhelm Freiherr Treusch von Buttlar-Brandenfels, Stadtkommandant von Wolfenbüttel
Einer über die Grenzen hinaus bekannter Sohn aus der Altefelder Linie der Buttlars war Heinrich Viktor Wilhelm Frhr. Treusch v. Buttlar. 1762 in Altefeld geboren und verstorben im Jahr 1847 lebte er größtenteils zu der Zeit Napoleons.
Da beide Eltern früh verstarben, lebte er ab dem 1. Lebensjahr bei seiner Großmutter, einer von Boineburg. Sie war Hofdame der Herzogin v. Sachsen-Weimar. Am fürstlichen Hof dieser gedieh Heinrich Viktor Wilhelm eine vorzügliche Erziehung an, die ihm für sein späteres Leben eine hervorragende Ausgangsposition verschaffte.
Ab seinem 10. Geburtstag wurde er Page beim regierenden Landgrafen v. Hessen. Die Landgräfin fand so viel Gefallen an ihm, dass sie ihn als Leibpagen übernahm. Nach dem frühen Tod des Landgrafen durchlief der „Altefelder Spross v.Buttlar“ eine großartige Militärkarriere bei verschiedenen Fürsten.
Er nahm an der Schlacht bei Jena-Auerstädt teil, erhielt die Waterloo-Medaille und war zuletzt Generalmajor.
Später trat er in den Dienst des Herzogs v. Braunschweig-Wolfenbüttel. Der machte ihn zum Kommandanten von Wolfenbüttel, seines zweiten Regierungssitzes neben Braunschweig. Heinrich V.W. von Buttlar hatte mit diesem Amt die Aufgaben eines Bürgermeisters mit Militärgewalt. Wie sehr er in diesem Amt geehrt wurde, kam in seiner Tauerpredigt im Jahr 1847 zum Ausdruck.

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Heinrich Viktor Wilhelm Frhr. Treusch v. Buttlar
| Geburtsdatum: | 25. Juni 1762 |
| Sterbedatum: | 2. März 1847 |
| Alternative Namen | Treusch von Buttlar, Wilhelm Viktor |
| Geburtsort: | Alte(n)feld |
| Sterbeort: | Wolfenbüttel |
| Wirkungsorte: | Kassel; Wolfenbüttel |
| Berufe, Ämter, Tätigkeiten: | Generalmajor; Stadtkommandant |
Auszug
Tauerpredigt im Jahr 1847
Ebenso war er besonders in militärischen Verhältnissen von seinen Vorgesetzten geachtet, von seinen Untergebenen gefeiert, von beiden gleich geliebt. Seiner Fertigkeit in der französischen Sprache und seinem gewandten Wesen verdankte er schon frühzeitig in den Revolutionskriegen die Bekanntschaft mit den vornehmsten Emigrierten, (namentlich mit dem General Dumouriez und dem Herzog von Chartres). Er war der rechte Mann, als Préfèt du Palais die junge Hofhaltung zu leiten. Buttlar begleitete den König nach Compiègne und Paris im Jahre 1811, wo er den Vermählungsfeierlichkeiten des Kaisers Napoleon mit Marie Luise beiwohnte.
Seine Wirksamkeit als Kommandant von Wolfenbüttel bleibt der Stadt in dankbarer Erinnerung. Als Zeichen der Anerkennung wurde ihm 1838 das Ehrenbürgerrecht zuerkannt und wie es in Diplom heißt: …für die besonderen langjährigen Verdienste um die Stadt Wolfenbüttel… Denn kaum war Buttlar dort angekommen, als er die Verwandlung der unnützen Festungswerke in Gartenanlagen betrieb. Durch den Verkauf des gewonnen Territoriums verschaffte er der Stadt so manche Einnahme, gab ihr die angenehmsten Spaziergänge und führte der Bevölkerung eine gesündere und reinere Luft zu…
Die Arbeiten ließ er durch Gefangene durchführen; das hielt sie gesund und sparte der Stadt viel Geld…
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