… Spuren und Zeitzeugnisse der Vergangenheit von Altefeld.
„Historische Belegstücke“ sind Gegenstände, Dokumente oder Überreste aus vergangenen Zeiten, die erhalten geblieben sind und heute als Quellen für die Geschichtsforschung dienen. Sie helfen uns, das Leben, Denken und die Ereignisse früherer Epochen besser zu verstehen und einzuordnen.
1840er -1870er
Mark, Groschen und Pfenninge
Münzen sind wertvolle, greifbare Quellen der Zeitgeschichte, da sie politische, wirtschaftliche und kulturelle Ereignisse einer Epoche festhalten – Fundstücke aus Altefeld.
Preußischer Infanterie Offiziersdegen M1889

Ein Zufalls – Bodenfund bei der Gartenarbeit rund um den „Kleinen Boxenstall für Fremdstuten“ – Haus Ringgau.

Silberring
Rheinisches Husaren-Regiment Nr. 9
07.05.1861: 2. Rheinisches Husaren-Regiment Nr. 9
Farben des Regiment um 1900: Kornblumenblaue Grundfarbe, gelbe Knöpfe, zitronengelbe Schnüre; Mütze: Besatzstreifen kornblumenblau.
Regimentschef:
20.04.1894 – 30.07.1900: Herzog Alfred von Sachsen-Coburg und Gotha
15.09.1913: General der Infanterie Herzog Carl Eduard von Sachsen-Coburg-Gotha
Quelle: https://wiki.genealogy.net/HR_9
Fundstück in Altefeld.
Kaiserreich Preußen – Tragbare Klippe Medaille – Wilhelm II und Friedrich III

Ein Bodenfund rund um den „Kleinen Boxenstall für Fremdstuten“ – Haus Ringgau.
1913 suchte die Preußische Regierung geeignete Standorte für ein weiteres Gestüt, das Gut Altefeld – Nordhessen – wurde als besonders geeignet bewertet. Dies bestätigten die Eindrücke und Berichte des Militärs in den Manövern aus den Jahren zuvor. Am 29. Januar 1914 wurde der Ankauf von Altefeld durch das Preußische Abgeordnetenhaus genehmigt..
Siehe auch: Entscheidung in Berlin




1920er

Republik Preußen für Verdienste um das Feuerlöschwesen
Dieses Ehrenzeichen wurde am 6. August 1925 durch das preußische Staatsministerium gestiftet. In Anlehnung an das 1908 gestiftete Ehrenzeichen des Königreichs Preußen wurden die Verleihungsvorschriften übernommen. Verliehen wurde es an Feuerwehrleute die mindestens 25 Jahre in einer organisierten Feuerwehr gedient haben und sich durch Treue und Eifer ausgezeichnet haben. Für besondere Verdienste im Feuerlöschwesen konnte das Ehrenzeichen auch ohne 25 Jahre Dienst verliehen werden.
Fundort: Feldrain Altefeld
Postkarte zum Hauptgestüt Altefeld ca.1920






Vorzügliche Werbung für Altefeld –
St.Georg Gasthaus und Pension

Postkarte Gasthaus St.Georg

Ich hoffe dieses Haus nebst „unserer Koppel“ [mit] Fohlenstuten u. unseren
Aufzuchtstuten wird Dir ein freudiges Bild sein als Abschluss.
Im Hintergrund das ist Altefeld für unsere Zwecke.

Postkarte an Graf Sponeck zum Gestüt Schlenderhan ins Rheinland nahe Köln vom 30.5.1932 mit sehr interessanten Details.
Die nachfolgende Übersetzung der alten Schrift kann nicht garantiert werden, Korrekturinformationen können gerne per E-Mail zugesendet werden:
Lieber Sponeck! Bin einen Besuch in A. [Altefeld]
denkt an alte Zeiten u. vergangene schöne Stunden.
Ich habe einen Aufenthalt auf der Alb für Pfingsten
geplant gehabt u. in dankbarer Verehrung
Ihrer gedacht. Ich sende herzliche Grüße aus
herzl. vollem Herzen auch an Deine Frauen.
Kommen Sie z. Besuch v. Sonntag? Es würde
Sie sicher doch interessieren hier.
Herzl. Grüße! Ihr alter ?v. Weichs nebst
Frau u. ?Baronin.
Historischer Kontext:
Da die Familie von Weichs und das Reiterregiment 18 in Stuttgart ansässig waren, ergibt der Aufenthalt auf der „Alb“ (Schwäbische Alb) geografisch Sinn.
Kurt und Margarethe von Sponeck hatten mehrere Kinder. Die Erwähnung „Frauen“ (Plural) deutet darauf hin, dass die Töchter zu dieser Zeit erwachsen waren und noch im elterlichen Haus lebten oder dort zu Besuch waren.
Der Name von Weichs könnte auf Maximilian Freiherr von Weichs als Sohn des Oberstallmeisters des Herzogs von Anhalt in Dessau verweisen. 1920-1923 Verwendung als Generalstabsoffizier der 3. Kavalleriedivision in Kassel, 1924 Weichs wird Eskadronchef des 18. Reiterregiment in Stuttgart 1925 Versetzung als Taktiklehrer zur Infanterieschule in Ohrdruf (Thüringen). 1928 1. Februar: Weichs wird als Oberstleutnant Kommandeur des Reiterregiment 18 in Stuttgart-Cannstadt.
Eichmarke vom Bierfass




Es handelt sich hier um eine Eichmarke für Bierfässer. Bierfässer wurden alle 2 Jahre neu geeicht, da sich der Rauminhalt bei Holzfässer mit der Zeit veränderte. Aber leider fehlen die Zahlen und das Siegel des Eichamtes – daher ein drittes Bild als Beispiel zur vollständigen Anschauung.
(DRP = Deutsches Reichs Patent) – Fundort Altefeld
Kaufvertrag Lauenstein –
Geschichte für Altefeld wurde geschrieben

Laut Kaufvertrag erwarb Dr. Heinrich Hardt folgende Gebäude:
Landstallmeisterhaus mit Burschenhaus, der Wirtschaftshof des Landstalmeisters, das Rendantenhaus, den ehemaligen Hengststall mit seinen zwei Deckhallen und den zwei Wärterhäusern ( das“ rote und blaue Haus“ ) und eine Fläche von 28 h + 61 ar. Der Kaufpreis der Gebäude inkl. der Wirtschaftsflächen und kleiner Waldparzellen betrug 70.000 Reichsmark. Der Kauf wurde am 14. September 1935 durch Unterschrift besiegelt.
Arbeitsvertrag – Remonteamt mit Nikolaus Möller
2800 Stunden im Jahr, 6 Tage Jahresurlaub, während der Ernte Urlaubsverbot

Am 1.4.1935 wurde Altefeld zu einem Ableger des Remontenamtes Mansbach, das zweijährige Pferde für den Militärdienst heranzog. In dieser Zeit waren zur Aufzucht ca. 350 Tiere in Altefeld. Nach Ablauf eines Jahres wurden die herangewachsenen Pferde gemustert und in die Kasernen abgezogen.
Dadurch stieg natürlich der Bedarf an Arbeitskräften und zwar nicht nur für die Tierpflege sondern auch für den gesamten landwirtschaftlichen Betrieb, denn die Versorgung der vielen Pferde erforderte mehr Futter, Personal und Arbeitsstunden.
Fakten zu Arbeitsverträgen und Urlaub um 1935:
- Urlaubsdauer: Vor dem Zweiten Weltkrieg, somit auch 1935, war ein gesetzlicher Urlaubsanspruch kaum verbreitet und deshalb war es gängige Praxis, dass Angestellte in der Privatwirtschaft oft durch betriebliche Überstunden einen Urlaub von etwa zwei Wochen erhielten, während Arbeiter hingegen deutlich weniger Urlaub hatten.
- 6 Tage Urlaub: Ein Urlaub von etwa 6 bis 12 Werktagen war in vielen Fällen für Arbeiter die Regel, sofern überhaupt tarifvertragliche Regelungen existierten, denn ansonsten hing der Urlaub häufig von individuellen Absprachen ab.
- Rechtliche Lage: Die ersten wirklichen Urlaubsansprüche kamen zwar schon früher in Tarifverträgen auf aber erst die Zeit nach 1945 brachte umfassende gesetzliche Regelungen, so dass im Jahr 1935 die Urlaubsgestaltung oft noch Verhandlungssache war oder von der Kulanz des Arbeitgebers abhing.
- Arbeitszeit: Die 6-Tage-Woche war üblich, wobei an allen sechs Tagen gearbeitet wurde.
1936
Buntes Spielzeug –
Pferde aus Blei und ein Glücksbringer

Glänzendes Aluminium führt in eine dunkle Zeit*

* „Glänzendes Aluminium“ steht symbolisch für Fortschritt, Technik, Modernität oder Industrie (z. B. Flugzeuge, Waffen, Maschinen). „führte in eine dunkle Zeit“ deutet auf negative Folgen hin – etwa Krieg, Krise oder moralischen Verfall.
Heeresgestüt Altefeld
Stellenbesetzung zum 1. Februar 1945 – originaler Auszug
Leiter des Gestüt Oberstleutnant Dr. Josef Pulte

Altefeld Heeres – Vollblutgestüt
1945
1. April 1945
Kriegsende für Altefeld – die Amerikaner rücken ein.
Belegstück mit persönlicher Geschichte:
Ein Fahrstuhl-Techniker (Elevator operator) mit 19 Jahren aus New York verliert sein Messer in Altefeld. -> siehe Informationen in der Tabelle
Fundort Haus Ringgau

























