Dieses ursprünglich hochherrschaftliche Gebäude war Sitz des Landstallmeisters. Er war für die Leitung und Zucht des preußischen Hauptgestütes Altefeld verantwortlich und unterstand dem Oberlandstallmeister, dem obersten Beamten der preußischen Pferdezucht.


1930 wurden die Vollblutpferde Altefelds wieder zurück nach Graditz verlegt
und das preußische Hauptgestüt Altefeld als staatliche Domäne bewirtschaftet.
In dieser Zeit gelang es dem Arzt Dr. Hardt neben einigen anderen Gebäuden,
das Landstallmeisterhaus im Jahr 1935 käuflich zu erwerben. Er führte dort bis in das Jahr 1941 das anthroposophische Heil- und Erziehungsinstitut
Lauenstein/Altefeld, auch als Kinderheim Lauenstein bekannt.

1941 wurde Altefeld als Heeresgestüt der Wehrmacht benötigt und neu
aufgestellt. Das erzwang die Umsiedlung des Kinderheimes Lauenstein mit 80
Kindern und 40 Betreuenden nach Seewalde in die Mecklenburgische
Seenplatte.
Nach Kriegsende diente das Gebäude als Versehrtenheim. Dort erhielten
versehrte oder heimatlos gewordene Soldaten Betreuung, Pflege und Hilfe.

Zu der Zeit der amerikanischen Besatzungszone lebten im ehemaligen
Landstallmeisterhaus Soldaten der US-Streitkräfte.
Nach dem Abzug der Amerikaner erwarben die Gebrüder Hendrich aus Renda
das Gebäude und bauten, unterstützt durch die staatliche Förderung für das Zonenrandgebiet, die Innenräume zu einer Rockfabrik um. Das Nähen von Röcken bot vielen Frauen der Region, die Möglichkeit ihr eigenes Geld zu verdienen und zum Wohlstand der Familie beizutragen.
Die Umstrukturierung in der Textilbranche mit Abwanderung
in den asiatischen Raum brachten dieses Kleinunternehmen leider zu Fall.

Das Gebäude ist seit dem in Privatbesitz und dient als Wohnhaus.




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