Ehemaliges Soldatenheim
Zur Zeit als Altefeld Remontegestüt war, diente das Gebäude als Soldatenheim. Der einfache Soldat wohnte hier, die Offiziere waren im ortsansässigen Hotelgebäude untergebracht.
Badehaus in Altefeld
Nach Beendigung des 2. Weltkrieges stand dies Gebäude mit seinem großen Platzangebot der Gemeinde Altefeld zur Verfügung. Die im Keller befindlichen sanitären Anlagen mit ihren Badewannen wurden gerne von den Altefelder Bewohnern zum wöchentlichen Baden genutzt, denn in den Häusern gab es noch keine Badezimmer, wie wir sie aus der heutigen Zeit kennen. Man traf sich meist am Ende der Woche, feuerte zusammen die Warmwasser aufbereitenden Kessel an und genoss ein säuberndes Ganzkörperbad.

Kaufladen und Lebensmittelgeschäft
Zwei kleine Lebensmittelgeschäfte waren in dem Gebäude untergebracht. Der Laden von Herrn Magdlungen war zugänglich über die Terasse im Norden. Der Gemischtwarenladen von Herrn Dörfler aus Lüderbach, der von Roswitha Klingspohn geborene Fitschen betrieben wurde, betrat man von der Westseite des Gebäudes. Auf der Fensterbank dieses Lädchens standen zwei große Gläser mit Süßigkeiten, deren Zitronenbonbons legendär waren und so manches Kind in den kleinen Laden lockte. Herr Magdlungen war Bruder bzw. Schwager von den Kaufleuten Familie Helmut Handke, die sowohl in Archfeld und Willershausen kleine Gemischtwarenläden betrieben. Nach der Schließung der Läden im ehemaligen Soldatenheim errichtete Helmut Handke in dem kleinen neu gebauten Haus an der Einmündung Heidelbergstrasse einen größeren Laden, der mit zunehmender Mobilität der Bevölkerung und dem dadurch veränderten Kaufverhalten Ende der 70er Jahre wieder geschlossen wurde.
Dorfgemeinschaft
Der große im Mittelteil des Gebäudes befindliche Gemeindesaal mit seinem hohen freitragendem Gewölbe ermöglichte in den Jahren nach dem Krieg ein reges kulturelles Leben. Regelmäßige Tanzveranstaltungen, Ausrichtung der Dorfkirmes, Theater, Chorgesang und Musizieren füllten das ehemalige Soldatenheim mit neuem Leben. Tanzveranstaltungen fanden in der Nachkriegszeit wöchentlich in Altefeld statt im Wechsel im Hotel oder im ehemaligen Soldatenheim. Sie waren so begehrt, dass aus den umliegenden Orten viele Menschen nach Altefeld zu Fuß liefen, um daran teilzunehmen.
Die kleine Küche des Gebäudes ermöglichte die Ausrichtung von Familienfesten, Altennachmittagen, Beerdigungsnachkaffee oder Ortsfesten wie zum Beispiel das Brückenfest und der jährlich stattfindende Neujahrsempfang. Über die Jahre hin beherbergte es das Dienstzimmer des Bürgermeisters bzw. später das des/der Ortsvorstehers/in. Und über viele Jahre war es Heimat des Schützenvereins Altefeld mit eigener Schießanlage. Im Keller war der von den Jugendlichen selbst gestaltete Jugendraum ein beliebter Treffpunkt für die Heranwachsenden der Dorfgemeinschaft.
Im Jahr 2023 wurde der größte Teil des Gebäudes zu einer Landarztpraxis umgebaut. Dadurch verringerte sich der Nutzungsraum für die Gemeinde, der seit dem nur noch ein kleiner Versammlungsraum mit Küche zur Verfügung stehen.





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