und Deckhallen
Das Herzstück des preußischen Hauptgestütes war der Hengststall, der mit den zugehörigen Wärterhäusern und seinen Weideflächen in unmittelbarer Nähe des Landstallmeisterhauses gelegen war.

Dieses Stallgebäude war für nur vier Hengste konzipiert (die Hauptbeschäler). Das sind also vier große Boxen, die dazugehörigen Paddocks, eine kleine Apotheke und zwei Deckhallen. Eine für Fremdstuten (links) und eine für die eigenen Stuten (rechts). Diese Hallen dienten bei schlechtem Wetter auch zum Bewegen der Hengste.

Viereinhalb Hektar Weidefläche, die die Stallanlage direkt umgeben und mit einer 2,2 m hohen Natursteinmauer begrenzt waren, bot den Tieren eine großzügige Bewegungsmöglichkeit. Dazu konnte jedem Tier seine eigene Grünfläche zugewiesen werden.
Zu bedenken ist, dass diese Deckhengste in der Vollblutzucht Preußens eine
herausragende Rolle spielten. Nicht nur die Pferde des Graditzer Vollblutgestütes gingen nach Altefeld, auch die Pferde des Staatlichen Rennbetriebes und der Rennstall Preußens aus Hoppegarten kamen nach hier. Der berühmteste Hengst dürfte „Dark Ronald“ gewesen sein, der fünffache Champion der Vaterpferde, eines der teuersten Pferde der damaligen Zeit. Seine Decktaxe betrug 1923 bereits 50.000 Mark, das Fohlengeld ebenfalls 50.000 Mark.
Weiterer Zukauf von wertvollen Hengsten des Pferderennsports aus dem Ausland brachten immer wieder neues Blut in die Zucht. Der Deckbetrieb mit
privaten Pferdehaltern aus Deutschland war ein einträgliches Geschäft dieser Jahre.
In der Zersiedlungsphase ging das Gebäude in Privatbesitz über und wurde nach und nach in ein Wohnhaus mit besonderem architektonischem Charme umgebaut.



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