Schmiede u. Stellmacherei waren im Gestütsbetrieb und in der angegliederten Landwirtschaft zwei wichtige Gewerke.
Die Schmiede sorgte nicht nur für den Beschlag der Pferde, sondern erfüllte alle Arten von Metallarbeiten, die im Alltag anfielen. Schmiede und Stellmacherei waren zu jener Zeit häufig in einem Gebäude vereint, da sich ihre Arbeiten gegenseitig ergänzten.

Das gegenüber liegende lang gezogene Gebäude war ehemals Unterstand von Leiterwagen und anderen landwirtschaftlichen Geräten des Gutshofes, so dass es Sinn machte, die Stellmacherei u. Schmiede in deren Nähe zu platzieren.
Der Stellmacher, auch als Wagner bezeichnet, fertigte zusammen mit dem
Schmied neben Rädern, Wagen und Kutschen auch landwirtschaftliche
Gerätschaften wie zum Beispiel Hacken, Schaufeln, Rechen und so weiter.
Aber auch beim Innenausbau der hochwertigen mit Holz ausgeschlagenen
Pferdeboxen und Stalltüren, sowie Weidetoren fanden Stellmacher und
Schmiede ausreichend und nie endende Arbeit.
Nach Übernahme und Verwaltung durch die Hessische Heimat
in der Zersiedlungsphase wurde auch dieses Gebäude veräußert
und ging in privaten Besitz über. Vorübergehend wurde es
zur Zucht von Chinchillas genutzt, bis es erneut den Besitzer
wechselte, der das Gebäude zu einem Wohnhaus umbaute.


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