Kirchenstall

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Als ehemaliger Stutenstall A beherbergte er nach der Gründung des preußischen Hauptgestüts einen Teil der Zuchtstuten. Den Tieren standen großzügige Boxen zur Verfügung. Außerdem gab es eine Neuerung. Es handelte sich um eine separate, etwa vier Quadratmeter große Fohlenbox. Diese konnte das Fohlen durch ein Schlupfloch in der Stutenbox erreichen. So entstand ein klar getrennter Bereich.

In diesem kleinen Raum, der für die Mutterstute nicht zugänglich war, konnte sich das Fohlen zurückziehen. Dort ruhte es sich aus. Außerdem konnte es ohne Bedrängnis durch die eigene Mutter zusätzliches Kraftfutter fressen, was seine körperliche Entwicklung unterstützte.

Abb. 24 Lageplan des Gestüt Zeitschrift Bauwesen 1922 Heft 4-6
Kirchenstall Altefeld 
Stutenstall A
Foto Dr. Eva-S. Neitzel – linke Seite Kirchenstall Altefeld

Von 1933 bis 1962 wurde die nach Südwesten ausgerichtete freitragende Deckhalle als Sommerkirche genutzt. Über der Eingangstür wies das gemalte Kreuz dem Gottesdienstbesucher den Weg. Im Inneren gab es einen Altar und Sitzbänke für die Gemeinde. Durch diesen Umstand  bekam der Stutenstall A seinen Beinamen „Kirchenstall“.

Quelle: Archiv Klaus Ankenbrand Kirchenstall mit Eingang und Kreuz

Waldfried zieht nach Altefeld

Als 1962 Gestüt „Waldfried“ das sogenannte innere Gestüt der Anlage übernahm, unterstützten die neuen Besitzer Scherping den Bau einer neuen Kirche im Ortskern. Im Anschluss überführten sie den Kirchenstall wieder umfänglich in einen Stall für ihre wertvollen Vollblutzuchtstuten. Der ehemalige Kirchenraum wurde wieder Deck- und Bewegungshalle.

Auch der heutige Besitzer nutzte den Kirchenstall in gleicher Weise.

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die angrenzenden großflächigen Weiden mit ihren Triebwegen und schon zu Preußens Zeiten ausgebauten Rohrwasserleitungen bis hin zu den Tränken der Weiden die besten Voraussetzungen für einen optimalen Auslauf der Zuchttiere boten.

Auch die Wachstube in diesem Stall ist erwähnenswert. Sie bot den Wärtern Schutz und etwas Komfort. Besonders während der sogenannten „Fohlenwache“ war dies wichtig. Dabei überwachten sie die Geburten. Außerdem versorgten sie die Fohlen in den ersten Stunden. Da diese Einsätze oft viele Stunden dauerten, bot die Wachstube Wärme und eine Möglichkeit zum kurzen Ruhen.

Kirchenstall
Zeitschrift für das Bauwesen 1922 – Wärter (Wachstube links im Mitteltrakt) und die „neuen“ Fohlenboxen

Wie es dann weiterging lesen Sie hier: Evangelische Kirche


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