Dem Stutmeister oblag eine zentrale Rolle bei der Versorgung und dem Management der Zuchtstuten. In der Vollblutzucht gelten die Stuten als der wichtigste Teil der Elterntiere, denn 60-70% des erwünschten Zuchtzieles werden der Stute zugeschrieben. Daher ist es nachvollziehbar, dass dessen Haus zentral in die Nähe der drei großen Stutenställe platziert wurde, so dass er kurze Wege zu seinen Einsatzorten hatte. Von dem etwas höher gelegenen Standort war der Blick offen auf die großzügig angelegten Weideflächen rund um die Stallungen. Der Stutmeister koordinierte alle Arbeitsabläufe in den ihm anvertrauten Stallungen, die Fütterung der Tiere und zusammen mit der tierärztlichen Versorgung war er für die Fruchtbarkeit der Stuten verantwortlich.
Zu Zeiten des Heeresgestütes war in diesem Haus der Futtermeister untergebracht und nach 1945 in der Zeit der Domänenverwaltung bewohnte es der Förster Striening mit seiner Familie.
Linker Hand neben der Einfahrt zu diesem Gebäude findet man einen Gedenkstein zu Ehren des Oberlandstallmeisters Burchard v. Oettingen, der das preußische Hauptgestüt Altefeld geplant und gegründet hat. Es galt aufgrund seiner Weitläufigkeit, Architektur und Konzipierung lange Zeit als Mustergestüt.

1962 kaufte Alexandra Scherping, Tochter des Graf von Spreti und Enkelin von Carl von Weinberg das „innere Gestüt“ Altefeld und überführte nach Abschluss der Renovierung das von ihrem Großvater gegründete Vollblutgestüts Waldfried nach hier.

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Während ihrer Aufenthalte in Altefeld diente das renovierte Stutmeisterhaus der Gestütsbesitzerin als Wohnstätte. 1981 verkaufte sie ihre Gestütsanlage an Manfred Graf, der das ehemalige Stutmeisterhaus ebenfalls als Wohnhaus nutze, bis er mit seiner Familie in den ausgebauten „Alten Hof“ (ehemals Stutenstall C, auch als Mittelstall bezeichnet) zog.


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